Apr 07

Jetzt ist die Nintendo Switch nun über einen ganzen Monat lang auf dem Markt. Alle Blogs zum Switch-Release waren natürlich nicht aus praktischen Erfahrungen mit dem neuen Nintendo-System entstanden, sodass ich nun aus der Praxis für Einsteiger die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen werde. Die Nintendo Switch scheint zurzeit noch fast überall ausverkauft zu sein, womit ich den abwartenden Interessierten bei dieser Gelegenheit direkt unter die Arme greifen kann. Ich muss leider zugeben, dass die Nintendo Switch für eine gute Spielerfahrung tatsächlich einiges an Zubehör benötigt. Für den einen oder anderen mag sich manche Anschaffung vielleicht nicht so sehr rentieren, weshalb ich bei einigen Punkten etwas ins Detail gehen werde, damit man diese Anschaffungen für sich besser abwägen kann. Zum Ende dieser Einleitung sei noch gesagt, dass ich mit der Nintendo Switch sehr zufrieden bin. Bisher habe ich über 75 Stunden Zelda: Breath of the Wild gezockt und auch schon Zeit mit Fast RMX, Snipperclips, Snake Pass und Shovel Knight verbracht. Mit TV-, Handheld- und Tablet-Modus habe ich auch schon meine Erfahrungen. Also los.

Die Nintendo Switch kostet aktuell noch immer 330€. Es gibt die Varianten mit dem linken, neon-blauen und dem rechten neon-roten Joy-Con und einmal mit den beiden grauen Joy-Cons, wobei zweite Variante deutlich beliebter bei den Kunden war und diese wohl mittelfristig etwas schwieriger zu bekommen sein wird. Wer auf einen günstigeren Preis hofft, der sollte die offiziellen Bundles von Nintendo abwarten, welche das System und ein Spiel beinhalten. Üblicherweise kommen solche Bundles von Nintendo pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, jedoch wird das Spiel oft nur noch als Download beigefügt, sodass man das Spiel aus dem eShop runterladen muss. Kurz nach Release sind bei manchen Händlern die Preise für das ohnehin schon recht teure System auf weit über 350€ geklettert. Ich kann nur jeden mündigen Kunden raten, solche Praktiken nicht zu unterstützen, lasst solche Händler bitte auf ihren Waren sitzen, da sich die Bestände bald wieder auffüllen, die Preise sich damit normalisieren und man das Geld eh besser in gutes Zubehör stecken kann.

Das Display der Switch ist nicht aus Glas, sondern aus empfindlicherem Kunststoff. Somit entstehen beim runterfallen der Switch zwar keine gefährlichen Scherben & Splitter, woran sich Kinder leicht verletzen könnten, jedoch ist es empfindlicher für Kratzer, welche beim Andocken an die Nintendo Switch-Dockingstation sehr leicht entstehen. Man hat zwei Lösungen für dieses Problem: Filzstreifen in die Dockingstation kleben, welche man im Baumarkt oder Möbelhaus schon ab 2€ bekommt oder eine Displayschutzfolie auftragen. Die Displayfolie sollte jedoch Pflicht sein, wenn ihr die Switch auch unterwegs nutzen wollt. Eine Folie mit Härtegrad 9H würde ich da wärmstens empfehlen, da diese dann auch der Dockingstation standhält. Ein gutes und günstiges Produkt ist meiner Einschätzung nach der Pulesen Screen Protector, da ihr hier gleich 2 hochwertige Folien für 9€ erhaltet. Ich habe leider in meinen früheren Einträgen noch nicht über die Schutzfolien berichten können, weil mir das Problem mit dem empfindlichen Display und der Dockingstation nicht bekannt war und mir die Vorbestellpreise für Folien z.B. von BigBen, Pdp und anderen namhaften Drittanbietern überzogen hoch schienen. Ich habe mir zum Release der Switch noch eine einfache Schutzfolie von Hori bei Gamestop für 10€ andrehen lassen, die sich nicht vernünftig anbringen ließ und ich sie somit gleich wegschmeißen konnte. Mit dem Pulesen Screen Protector hatte ich solch ein Problem nicht.

Ansonsten bleibt alles wie schon mal von mir zusammengefasst. Der Pro-Controller ist ein Muss, für diejenigen, die die Switch für mehr als nur das gelegentliche Daddeln nutzen wollen. Ein zusätzliches Paar Joy-Cons ist nützlich, wenn man eine große Familie unterhält oder öfters mal Freunde einlädt, jedoch sollte man sich dann auch die Joy-Con-Ladehalterung anschaffen. Beim Pro-Controller und bei der Joy-Con-Ladehalterung liegt ein 1,5m langes USB-zu-USB-C-Kabel bei. Wer seine Controller also beim Spielen aufladen will, dürfte mit einem längeren Kabel gut beraten sein. Die von mir verwendeten Choetech-Kabel sind etwas knickresistenter und dennoch ähnlich elastisch, wie die Kabel von Nintendo. Bei normaler Entfernung vom Fernsehgerät, dürften 3m dicke ausreichen.

Neben dem mitgelieferten Netzteil der Nintendo Switch-Dockingstation, habe ich mir ein separates Netzteil zum externen Laden der Switch, den Controllern und einer Powerbank besorgt. Das Aukey USB C Ladegerät 42W Netzteil bietet zwei USB-A-Ports und ein USB-C-Port und es ist ein 1m langes USB-C-zu-USB-C-Kabel enthalten. Man kann dieses Netzteil für so ziemlich alle portablen Geräte nutzen, sofern man ein passendes USB-Kabel hat. Beispielsweise kann man an einem USB-A-Port ein micro-USB-Kabel, am anderen USB-A-Port ein mini-USB-Kabel und am USB-C-Port das mitgelieferte USB-C-Kabel und kann all seine Geräte aus 3 Generationen des USB-Standards an einer Quelle laden – und das sogar gleichzeitig. Da der Akku der Nintendo Switch nach etwas mehr als 2 Stunden im Betrieb die Lichter aus macht und ich vielleicht auch mal längere Reisen unternehme, fand ich die Anschaffung einer Powerbank ganz interessant. Bisher bin ich aber noch nicht so weit gereist, habe die Aukey TYDE-PB-Y1 20000mAh Powerbank jedoch schon testweise genutzt. Die Powerbank bietet 2 USB-A-Ports als Output, ein USB-C-Port für Input und Output, sowie ein micro-USB-Input und hat ein 20cm kurzes USB-A-zu-USB-C-Kabel im Lieferumfang. Der Akkustand wird über eine mehrfarbige LED in den Schritten 100%-70% (weiß), 70%-30% (grün), 30%-0% (rot) angezeigt. Über USB-C läd die leere Powerbank in etwa 7 Stunden wieder auf 100%. Will man die Nintendo Switch im Tablet-Modus beim Spielen aufladen, so benötigt man einen separaten Standfuß, wie den Hori Play Stand. Nintendo hat den USB-C Eingang nämlich an der Unterseite des Tablets angebracht und es wird nicht ohne ein solches Hilfsmittel stehen bleiben, wenn ein Kabel eingesteckt ist.

Meine beiden Taschen, das Hori Slim Hard Pouch und Hori All in One Bag, sind derzeit ausverkauft. Für den sicheren Transport des Handheld-Gespanns ist eine Tasche wie das Slim Hard Pouch unentbehrlich. Ein zu weiches Obermaterial ist meiner Meinung nach nicht robust genug, gegen alle möglichen Eventualitäten. Ist die Tasche wiederum zu dick, bleibt auch der Komfort auf der Strecke. Zwar ist das Snakebyte Travel:Case nicht die schönste Schachtel, kommt dem Slim Hard Pouch schon nahe und bietet sogar noch Platz für Cardridges. Das All in One Bag habe ich als Upgrade geholt, falls ich auf Reisen den Handheld samt Controller, Powerbank und Kabeln mitführen möchte. Darin kann ich sogar die Switch in der Slim Hard Pouch verstauen, was quasi doppelten Schutz bietet. Als Alternativen kommen jetzt nach und nach ganze Rucksäcke für allerlei Nintendo Switch-Utensilien auf den Markt, welche zwar noch mehr Sicherheit garantieren, aber auch mit 50€ mal eben 4-mal so teuer ausfallen.

Bei den microSDXC-Karten hat sich bestätigt, dass UHS Class 3-SDXC-Karten (Beispiel) keinen Vorteil gegenüber den (nominell etwas langsameren) UHS Class 1-SDXC-Karten (Beispiel) bringen. Wenn man eine microSD/SDHC/SDXC-Karte in die Switch eingesteckt hat, werden heruntergeladene Spiele automatisch auf die Speicherkarte abgelegt, man kann also nicht zwischen Speicherkarte und internen Speicher auswählen. Will man ein Spiel unbedingt in den internen Speicher ablegen, muss man vor dem Download die Speicherkarte entfernen. Bezüglich der Kapazität werden sich die meisten Nutzer mit 64GB zufrieden geben können, wer viele Spiele runterladen will, kann sich auch eine größere Karte zulegen.

Für die Switch gibt es aktuell 6 empfehlenswerte Spiele (Stand: 07.04.2017). Snake Pass, Has Been Heroes, Snipperclips: Zusammen schneidet man am besten ab!, Fast RMX, Shovel Knight: Treasure Trove und natürlich The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Dies sind auch die aktuellen Top-Titel der eShop-Charts. The Legend of Zelda: Breath of the Wild erhält man aber auch im Laden, während die anderen Games aus dem eShop, Nintendos Online Verkaufsplattform, erwerbbar sind. Bis zum Sommer erscheinen dann noch Mario Kart 8 Deluxe, Puyo Puyo Tetris, Sonic Mania, Disgaea 5 Complete, ARMS und Splatoon 2. Der große Verkaufsschlager zum Weihnachtsgeschäft wird mit Sicherheit Super Mario Odyssey werden.

Man kann jetzt davon ausgehen, dass alles, was ich hier jetzt nicht genannt habe, nicht empfehlenswert sei. Jedoch ist alles meine subjektive Einschätzung. Gerade wenn man sich nicht ausgiebig mit dem Thema Videospiele auseinandersetzt, hat man ein anderes Empfinden von guten und schlechten Spielen. Mir kommt ohnehin nicht in den Sinn, wieso jemand auf einer Nintendo-Konsole Spiele wie Mass Effect, Assassins Creed, Call of Duty und Co vermisst. Ich würde mich auch nicht darauf verlassen, dass das neue FIFA auf der Switch qualitativ mit den letztjährigen Fassungen auf PS4 und Xbox One (welche eh höchstens noch passabel waren) mithalten kann. Wahrscheinlich wird es der schlechteste Port seit 10 Jahren und Electronic Arts distanziert sich wieder von Nintendo, weil die Verkaufsprognose nicht erreicht wurde.

Einen Kommentar schreiben

FUZETSU.de